27. Janu­ar 2026

Gewässer- und Freiraumplanung im Rahmen des Wiederaufbaus, Teil 1 (Walporzheim, Ahrweiler, Bachem)

Heu­te steht ein Plan zur Abstim­mung, der wohl wie kaum ein ande­rer das gesam­te Stadt­bild für die Zukunft prä­gen wird. Mit der Gewäs­­ser- und Frei­raum­pla­nung wird der gesam­te Bereich rund um die Ahr neu geplant. Um ein paar Bei­spie­le zu nennen:

In Wal­porz­heim wer­den Sport‑, Spiel- und Natur­er­fah­rungs­räu­me geschaf­fen, die bei Bedarf über­flu­tet wer­den kön­nen, um der Ahr den Raum zu geben, den sie braucht. So wird die Bebau­ung geschützt. Als Teil des Ahr-Rad­­we­­ges wird die Ahru­fer­stra­ße dabei zur Fahrradstraße.

Wie hier wird die Chan­ce über­all ent­lang des Stadt­ge­bie­tes genutzt, jetzt einen durch­ge­hen­den, kon­se­quent geplan­ten Ahr-Rad­­weg auf­zu­bau­en. Statt Stra­ßen zu kreu­zen, wird der Rad­weg nun vor­wie­gend unter den Brü­cken ent­lang geführt. Das hilft nicht nur dem Frei­zeit­ver­kehr, son­dern ins­be­son­de­re die Schul- und Kita­we­ge wer­den deut­lich sicherer.

Der gesam­te Vor­platz des Ahr­tors wird bei der Wie­der­her­stel­lung neu gestal­tet und vie­len Funk­tio­nen gleich­zei­tig gerecht. Schul­ver­kehr per Rad und Bus, Ver­an­stal­tungs­flä­che, Anlauf­stel­le für Rei­se­bus­se, hoch­wer­ti­ger Auf­ent­halts­ort mit Zugang zur Ahr, Park­plät­ze für Pkw und Fahr­rä­der, die zum Besuch der Innen­stadt ein­la­den und das alles mit kli­ma­an­ge­pass­tem Bau­en im Blick.

Dazu gehört auch eine Fort­set­zung der geplan­ten Fahr­rad­schutz­strei­fen der Ramers­ba­cher Stra­ße, über den Vor­platz und wei­ter ent­lang der Fried­rich­stra­ße. Das schafft in Ergän­zung zur Ost-West-Ach­­se des Ahr-Rad­­we­­ges auch eine wich­ti­ge Nord-Süd-Ach­­se. Es ist ein wei­te­rer rich­ti­ger Schritt zu einer fahr­rad­freund­li­chen Stadt, wobei wir auch die Park­platz­si­tua­ti­on vor Ort im Blick behal­ten müssen.

Auch die Anre­gun­gen aus dem Orts­bei­rat Ahr­wei­ler bezüg­lich der Gestal­tung der L84 soll­ten hier wei­ter mit­ge­dacht wer­den, um eine ver­kehrs­be­ru­hi­gen­de Wir­kung zu entfalten.

Wei­ter ahr­ab­wärts fol­gen dann wei­te­re Spiel- und Sport­flä­chen, die von Ver­ei­nen und Schu­len benö­tigt wer­den und zeit­gleich als Über­flu­tungs­flä­che die­nen. Auch wenn das Ahr­sta­di­on nicht mehr in sei­ner alten Grö­ße erbaut wer­den kann, so wird zumin­dest ein Klein­spiel­feld für die Jugend Platz finden.

Der Bereich des Bache­mer Bachs wird durch eine Rena­tu­rie­rung öko­lo­gisch auf­ge­wer­tet und bie­tet einen guten Zugang zur Natur und der Ahr.

Ins­ge­samt ist die Öko­lo­gie im Gewäs­ser im Zusam­men­spiel mit dem Hoch­was­ser­schutz ein essen­ti­el­les The­ma. Denn das gesam­te Gelän­de muss einer­seits für ver­ein­zel­te Hoch­was­ser vor­be­rei­tet sein. Das heißt die Soh­le wird ver­brei­tert, die Umge­bung abge­senkt, Fließ­hin­der­nis­se aus dem Weg geräumt und vie­les mehr. Der kom­plet­te Ahr-Abschnitt ist in 3D digi­ta­li­siert erfasst und die Lage für ver­schie­de­ne Hoch­was­ser­sze­na­ri­en kann genau abge­schätzt wer­den. Alles ist auf­ein­an­der abge­stimmt, damit wir in Zukunft dop­pelt so gro­ße Was­ser­men­gen wie bis­her schad­los durch die Stadt lei­ten können.

Gleich­zei­tig müs­sen wir die Ahr aber auch auf wochen­lan­ges Nied­rig­was­ser in immer hei­ße­ren Som­mern vor­be­rei­ten. Hier gilt es, das Leben im Was­ser zu erhalten.

Die­ses Kunst­stück gelingt mit einer mäan­dernd ange­leg­ten Nied­rig­was­ser­rin­ne, sodass sich natür­li­che Kies­bän­ke bil­den, die öko­lo­gisch wert­vol­len Lebens­raum bieten.

An die­sen Bei­spie­len sieht man, wie vie­le Inter­es­sen hier auf­ein­an­der­tref­fen. Öko­lo­gi­sche Auf­wer­tung, Auf­ent­halts­qua­li­tät, Sport- und Frei­zeit­an­ge­bo­te, siche­re Schul­we­ge und vie­les mehr.

In der Prio­ri­tät ganz oben steht für uns jedoch stets der Hoch­was­ser­schutz. Der Schutz von Leib und Leben steht über allem.

Umso bit­te­rer ist es, dass wir gera­de hier, beim tech­ni­schen Hoch­was­ser­schutz, nur unter Vor­be­halt der Finan­zier­bar­keit zustim­men können.

Denn die För­de­rung prä­ven­ti­ven tech­ni­schen Hoch­was­ser­schut­zes aus dem Wie­der­auf­bau­fonds ist hier im Land Rhein­­land-Pfalz noch immer nicht abschlie­ßend geklärt. Wäh­rend in Nor­d­rhein-Wes­t­­fa­­len, auf Basis der glei­chen Bun­des­vor­ga­be, längst ein rechts­si­che­rer Rah­men zur Finan­zie­rung sol­cher essen­ti­el­len Maß­nah­men getrof­fen wur­de, herrscht hier nach wie vor Unklarheit.

Wir haben unse­re Haus­auf­ga­ben gemacht und einen Plan erstellt, wie wir mit den ver­dop­pel­ten Kenn­wer­ten für das HQ100 umge­hen können.

Durch die­se büro­kra­ti­sche Hän­ge­par­tie ste­hen jedoch wich­ti­ge Maß­nah­men auf der Kip­pe und es könn­te unse­re Pla­nun­gen an vie­len Stel­len um Jah­re zurück­wer­fen. Für uns ein untrag­ba­rer Zustand, da der Schutz der Bevöl­ke­rung kei­ner­lei wei­te­ren Auf­schub duldet.

Auch wenn wir hier noch auf eine posi­ti­ve Lösung hof­fen müs­sen, kön­nen wir ange­sichts der Pla­nun­gen posi­tiv in die Zukunft blicken.

Auf jeder Sei­te merkt man dem Plan an, mit wie viel Lei­den­schaft und Sach­ver­stand er erstellt wur­de. Es sind die rich­ti­gen Kom­pro­mis­se gefun­den wor­den und auch wenn der Weg bis zur fer­ti­gen Umset­zung noch weit ist, am Ende wird unse­re Stadt bes­ser daste­hen als zuvor.

Wir als CDU-Frak­­ti­on möch­ten uns aus­drück­lich bei allen bedan­ken, die an der Pla­nung und Aus­ar­bei­tung die­ses Kon­zepts betei­ligt waren. Eben­so gilt unser Dank allen, die seit der Flut­ka­ta­stro­phe mit gro­ßem Ein­satz, Sach­ver­stand und Enga­ge­ment an der Erneue­rung und Wei­ter­ent­wick­lung unse­rer Stadt mitwirken.

Der Wie­der­auf­bau unse­rer Stadt ist eine gemein­sa­me Auf­ga­be, die uns seit der Flut bewegt und auch in Zukunft for­dern wird. Die­ser Plan zeigt, dass wir aus der Ver­gan­gen­heit gelernt haben und mit Ver­ant­wor­tung und Weit­blick nach vor­ne schauen.