27. Janu­ar 2026

Gewässer- und Freiraumplanung im Rahmen des Wiederaufbaus, Teil 2 (Bad Neuenahr)

Die­se Vor­la­ge zur Gewäs­­ser- und Frei­raum­pla­nung stellt einen zen­tra­len Bau­stein des Wie­der­auf­baus nach der Flut­ka­ta­stro­phe 2021 dar. Ziel ist es, die Ahr und ihre angren­zen­den Frei­räu­me nicht nur wie­der­her­zu­stel­len, son­dern sie zugleich wider­stands­fä­hi­ger gegen­über zukünf­ti­gen Hoch­was­ser­er­eig­nis­sen zu machen und dabei städ­te­bau­lich, öko­lo­gisch und funk­tio­nal weiterzuentwickeln.

Kern der Pla­nung ist ein ganz­heit­li­cher Ansatz: Durch die Auf­wei­tung des Fluss­raums, die Pro­fi­lie­rung der Ahr­soh­le, zusätz­li­che Reten­ti­ons­flä­chen sowie tech­ni­sche Hoch­was­ser­schutz­an­la­gen wie Schutz­mau­ern, Ver­wal­lun­gen und mobi­le Ele­men­te soll ein wirk­sa­mer Schutz bis zu einem hun­dert­jähr­li­chen Hoch­was­ser erreicht wer­den. Gleich­zei­tig wer­den Stark­re­gen­vor­sor­ge, Rückstau­schutz und öko­lo­gi­sche Ver­bes­se­run­gen kon­se­quent mitgedacht.

Beson­ders her­vor­zu­he­ben ist, dass die Frei­raum­pla­nung Hoch­was­ser­schutz und Auf­ent­halts­qua­li­tät mit­ein­an­der ver­bin­det. Parks, Wege, Pro­me­na­den und Plät­ze wer­den so gestal­tet, dass sie im All­tag attrak­ti­ve Orte zum Ver­wei­len, Begeg­nen und Erle­ben der Ahr sind – und im Hoch­was­ser­fall den­noch ihre Schutz- und Reten­ti­ons­funk­ti­on erfül­len. Damit ent­steht kein Wider­spruch zwi­schen Sicher­heit und Lebens­qua­li­tät, son­dern ein aus unse­rer Sicht über­zeu­gen­des Zusam­men­spiel bei­der Ziele.

Die geän­der­te Ver­or­tung der Ahr­ter­ras­se ober­strom der Kur­gar­ten­brü­cke war nach den ver­tief­ten hydrau­li­schen Unter­su­chun­gen offen­bar alter­na­tiv­los. Ent­schei­dend ist für uns jedoch, dass die­se Ter­ras­se über­haupt rea­li­siert wird. Vie­le Bür­ge­rin­nen und Bür­ger rech­nen fest mit die­sem Ort der Begeg­nung und des Auf­ent­halts an der Ahr, und die­ses Ver­trau­en soll­te unbe­dingt erfüllt wer­den. Wesent­lich ist aus unse­rer Sicht zudem, dass die Finan­zie­rung der Hoch­was­ser­schutz­maß­nah­men zwin­gend aus dem Wie­der­auf­bau­fonds sicher­ge­stellt wird. Die­se Maß­nah­men sind eine direk­te Fol­ge der Flut­ka­ta­stro­phe und Vor­aus­set­zung für einen zukunfts­fä­hi­gen und siche­ren Wiederaufbau.

Gleich­zei­tig ist uns bewusst, dass die umfang­rei­chen Bau­vor­ha­ben sehr erheb­li­che direk­te Aus­wir­kun­gen auf alle Ahr-Anlie­­ger, auf Gewer­be­be­trie­be, Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­ner sowie den täg­li­chen Ver­kehr haben wer­den. Dafür wird es über einen län­ge­ren Zeit­raum ein hohes Maß an Ver­ständ­nis, Geduld und gegen­sei­ti­ger Rück­sicht­nah­me brau­chen. Abschlie­ßend dan­ken wir der Auf­­­bau- und Ent­wick­lungs­ge­sell­schaft Bad Neu­en­ahr-Ahr­­wei­­ler sowie den betei­lig­ten Pla­ne­rin­nen und Pla­nern, ins­be­son­de­re den Archi­tek­tur­bü­ros und Fach­in­ge­nieu­ren, für die bis­lang geleis­te­te Arbeit und das ein­ge­brach­te Enga­ge­ment in die­sem kom­ple­xen und her­aus­for­dern­den Projekt.