Gewässer- und Freiraumplanung im Rahmen des Wiederaufbaus, Teil 2 (Bad Neuenahr)
Diese Vorlage zur Gewässer- und Freiraumplanung stellt einen zentralen Baustein des Wiederaufbaus nach der Flutkatastrophe 2021 dar. Ziel ist es, die Ahr und ihre angrenzenden Freiräume nicht nur wiederherzustellen, sondern sie zugleich widerstandsfähiger gegenüber zukünftigen Hochwasserereignissen zu machen und dabei städtebaulich, ökologisch und funktional weiterzuentwickeln.
Kern der Planung ist ein ganzheitlicher Ansatz: Durch die Aufweitung des Flussraums, die Profilierung der Ahrsohle, zusätzliche Retentionsflächen sowie technische Hochwasserschutzanlagen wie Schutzmauern, Verwallungen und mobile Elemente soll ein wirksamer Schutz bis zu einem hundertjährlichen Hochwasser erreicht werden. Gleichzeitig werden Starkregenvorsorge, Rückstauschutz und ökologische Verbesserungen konsequent mitgedacht.
Besonders hervorzuheben ist, dass die Freiraumplanung Hochwasserschutz und Aufenthaltsqualität miteinander verbindet. Parks, Wege, Promenaden und Plätze werden so gestaltet, dass sie im Alltag attraktive Orte zum Verweilen, Begegnen und Erleben der Ahr sind – und im Hochwasserfall dennoch ihre Schutz- und Retentionsfunktion erfüllen. Damit entsteht kein Widerspruch zwischen Sicherheit und Lebensqualität, sondern ein aus unserer Sicht überzeugendes Zusammenspiel beider Ziele.
Die geänderte Verortung der Ahrterrasse oberstrom der Kurgartenbrücke war nach den vertieften hydraulischen Untersuchungen offenbar alternativlos. Entscheidend ist für uns jedoch, dass diese Terrasse überhaupt realisiert wird. Viele Bürgerinnen und Bürger rechnen fest mit diesem Ort der Begegnung und des Aufenthalts an der Ahr, und dieses Vertrauen sollte unbedingt erfüllt werden. Wesentlich ist aus unserer Sicht zudem, dass die Finanzierung der Hochwasserschutzmaßnahmen zwingend aus dem Wiederaufbaufonds sichergestellt wird. Diese Maßnahmen sind eine direkte Folge der Flutkatastrophe und Voraussetzung für einen zukunftsfähigen und sicheren Wiederaufbau.
Gleichzeitig ist uns bewusst, dass die umfangreichen Bauvorhaben sehr erhebliche direkte Auswirkungen auf alle Ahr-Anlieger, auf Gewerbebetriebe, Anwohnerinnen und Anwohner sowie den täglichen Verkehr haben werden. Dafür wird es über einen längeren Zeitraum ein hohes Maß an Verständnis, Geduld und gegenseitiger Rücksichtnahme brauchen. Abschließend danken wir der Aufbau- und Entwicklungsgesellschaft Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie den beteiligten Planerinnen und Planern, insbesondere den Architekturbüros und Fachingenieuren, für die bislang geleistete Arbeit und das eingebrachte Engagement in diesem komplexen und herausfordernden Projekt.
