3. Sep­tem­ber 2026

Baum-Wahl am Platz an der Linde: Diskussion um Giftigkeit

Es ist gut und rich­tig, dass wir hier über sol­che Ent­schei­dun­gen dis­ku­tie­ren und lie­ber etwas zwei mal hin­ter­fra­gen, als nach­her eine fal­sche Ent­schei­dung zu tref­fen. Wir haben uns in der CDU-Frak­­ti­on daher auch noch ein­mal aus­führ­lich zu die­sem The­ma beraten.

Grund­sätz­lich gilt aus unse­rer Sicht, dass sowohl der Schnur­baum als auch der vor­ge­schla­ge­ne Amber­baum sehr gute Stadt­bäu­me sind. Bei­de sind hit­­ze- sowie tro­cken­heits­re­sis­tent, kom­men mit dem städ­ti­schen Mikro­kli­ma gut zurecht und sind in der Unter­hal­tung pflegeleicht.

Zudem bie­ten bei­de Arten auch opti­sche High­lights: der Amber­baum besticht durch sei­ne spek­ta­ku­lä­re Herbst­fär­bung, der Schnur­baum durch sei­ne üppi­ge, creme­wei­ße Blü­te im Hochsommer.

Trotz die­ser Gemein­sam­kei­ten hat der Schnur­baum aus unse­rer Sicht in die­sem Fall klar die Nase vorn, und zwar aus fol­gen­den Grün­den: Er zeich­net sich durch ein schnel­le­res Wachs­tum aus und bil­det eine deut­lich brei­te­re Kro­ne. Dadurch sorgt er frü­her und groß­flä­chi­ger für den Schat­ten, den wir auf dem Platz benö­ti­gen. Ein wei­te­rer, ganz ent­schei­den­der Punkt ist der öko­lo­gi­sche Wert. Im Gegen­satz zum wind­be­stäub­ten Amber­baum, der unse­rer hei­mi­schen Bie­­nen- und Insek­ten­welt kaum einen Mehr­wert bie­tet, stellt der Schnur­baum mit sei­nen Blü­ten eine extrem reich­hal­ti­ge Nek­tar­quel­le dar – und das aus­ge­rech­net im Hoch­som­mer, wenn die meis­ten ande­ren Bäu­me bereits ver­blüht sind.

Nun zu dem Aspekt, der für Dis­kus­sio­nen gesorgt hat: Ja, Bestand­tei­le des Schnur­baums sind gif­tig und soll­ten selbst­ver­ständ­lich nicht ver­zehrt wer­den. Das gilt jedoch für unzäh­li­ge Pflan­zen in unse­rem direk­ten Lebens­um­feld, die nicht expli­zit als ess­bar dekla­riert sind.

Uns ist es wich­tig, dass wir als Rats­mit­glie­der bei die­sem The­ma abso­lut sach­lich blei­ben. Wir dür­fen nicht in eine für Social Media zwar wirk­sa­me, aber in der Sache unbe­grün­de­te Panik­ma­che ver­fal­len, son­dern müs­sen die Gif­tig­keit sau­ber und rea­lis­tisch ein­ord­nen. Die Früch­te des Bau­mes wer­den als sau­er und unge­nieß­bar beschrie­ben. Kein Kind und kein Erwach­se­ner wür­de davon ver­se­hent­lich grö­ße­re Men­gen essen. Zudem haben die Samen eine sehr har­te Scha­le. Soll­ten sie ver­se­hent­lich ver­schluckt wer­den, gehen sie im Nor­mal­fall unver­daut wie­der ab. Man müss­te die­se Samen schon eher gezielt sam­meln, zu Mehl mah­len und in die­ser Form ver­zeh­ren, um sich eine Ver­gif­tung zuzuziehen. 

In der Sum­me spre­chen wir hier über einen öko­lo­gisch über­aus wert­vol­len Baum. Er ist, wie von der Ver­wal­tung zutref­fend dar­ge­legt, ein deutsch­land­weit bewähr­ter Stadt­baum, der vie­ler­orts gepflanzt wird, ohne dass es zu Mel­dun­gen über Ver­gif­tungs­fäl­le kommt.

Die CDU-Frak­­ti­on schließt sich daher der Emp­feh­lung der Ver­wal­tung an und wird dem Antrag auf Ände­rung der Baum­art nicht zustimmen.