Baum-Wahl am Platz an der Linde: Diskussion um Giftigkeit
Es ist gut und richtig, dass wir hier über solche Entscheidungen diskutieren und lieber etwas zwei mal hinterfragen, als nachher eine falsche Entscheidung zu treffen. Wir haben uns in der CDU-Fraktion daher auch noch einmal ausführlich zu diesem Thema beraten.
Grundsätzlich gilt aus unserer Sicht, dass sowohl der Schnurbaum als auch der vorgeschlagene Amberbaum sehr gute Stadtbäume sind. Beide sind hitze- sowie trockenheitsresistent, kommen mit dem städtischen Mikroklima gut zurecht und sind in der Unterhaltung pflegeleicht.
Zudem bieten beide Arten auch optische Highlights: der Amberbaum besticht durch seine spektakuläre Herbstfärbung, der Schnurbaum durch seine üppige, cremeweiße Blüte im Hochsommer.
Trotz dieser Gemeinsamkeiten hat der Schnurbaum aus unserer Sicht in diesem Fall klar die Nase vorn, und zwar aus folgenden Gründen: Er zeichnet sich durch ein schnelleres Wachstum aus und bildet eine deutlich breitere Krone. Dadurch sorgt er früher und großflächiger für den Schatten, den wir auf dem Platz benötigen. Ein weiterer, ganz entscheidender Punkt ist der ökologische Wert. Im Gegensatz zum windbestäubten Amberbaum, der unserer heimischen Bienen- und Insektenwelt kaum einen Mehrwert bietet, stellt der Schnurbaum mit seinen Blüten eine extrem reichhaltige Nektarquelle dar – und das ausgerechnet im Hochsommer, wenn die meisten anderen Bäume bereits verblüht sind.
Nun zu dem Aspekt, der für Diskussionen gesorgt hat: Ja, Bestandteile des Schnurbaums sind giftig und sollten selbstverständlich nicht verzehrt werden. Das gilt jedoch für unzählige Pflanzen in unserem direkten Lebensumfeld, die nicht explizit als essbar deklariert sind.
Uns ist es wichtig, dass wir als Ratsmitglieder bei diesem Thema absolut sachlich bleiben. Wir dürfen nicht in eine für Social Media zwar wirksame, aber in der Sache unbegründete Panikmache verfallen, sondern müssen die Giftigkeit sauber und realistisch einordnen. Die Früchte des Baumes werden als sauer und ungenießbar beschrieben. Kein Kind und kein Erwachsener würde davon versehentlich größere Mengen essen. Zudem haben die Samen eine sehr harte Schale. Sollten sie versehentlich verschluckt werden, gehen sie im Normalfall unverdaut wieder ab. Man müsste diese Samen schon eher gezielt sammeln, zu Mehl mahlen und in dieser Form verzehren, um sich eine Vergiftung zuzuziehen.
In der Summe sprechen wir hier über einen ökologisch überaus wertvollen Baum. Er ist, wie von der Verwaltung zutreffend dargelegt, ein deutschlandweit bewährter Stadtbaum, der vielerorts gepflanzt wird, ohne dass es zu Meldungen über Vergiftungsfälle kommt.
Die CDU-Fraktion schließt sich daher der Empfehlung der Verwaltung an und wird dem Antrag auf Änderung der Baumart nicht zustimmen.
