18. Sep­tem­ber 2026

CDU-Fraktion spricht sich für Kita-Standort Wiesenweg aus

Die CDU-Frak­­ti­on im Rat der Stadt Bad Neu­en­ahr-Ahr­­wei­­ler hat sich in ihrer Frak­ti­ons­sit­zung am Mon­tag, 14. Sep­tem­ber 2026, dafür aus­ge­spro­chen, im Stadt­rat dem Stand­ort Wie­sen­weg für den Neu­bau der Kin­der­ta­ges­stät­te St. Mau­ri­ti­us in Hei­mers­heim zuzu­stim­men. An der Sit­zung nah­men auch die CDU-Mit­­glie­­der des Orts­bei­rats Hei­mers­heim teil und brach­ten sich aktiv in die sach­lich geführ­te Dis­kus­si­on ein.

Die Stand­ort­fra­ge beschäf­tigt Poli­tik und Bür­ger­schaft seit meh­re­ren Jah­ren. Die durch die Flut­ka­ta­stro­phe im Juli 2021 zer­stör­te Kin­der­ta­ges­stät­te ist der­zeit über­gangs­wei­se in einer Con­tai­ner­an­la­ge am Stand­ort „Im Bül­land“ unter­ge­bracht. Für den Neu­bau stan­den zuletzt ins­be­son­de­re der Wie­sen­weg und der inner­ört­lich gele­ge­ne Pfarr­gar­ten zur Diskussion.

Bereit­schaft zur Korrektur

Zu Beginn der Frak­ti­ons­sit­zung mach­te der Vor­sit­zen­de der CDU-Frak­­ti­on, Peter Ropertz, deut­lich, dass Poli­tik auch die Bereit­schaft haben müs­se, Fehl­ein­schät­zun­gen ein­zu­se­hen und getrof­fe­ne Ent­schei­dun­gen zu korrigieren.

Aus sei­ner Sicht sei­en im bis­he­ri­gen Bera­tungs­ver­lauf zur Kita-Stan­d­or­t­en­t­­schei­­dung zwei Feh­ler gemacht wor­den. Der ers­te und aus­lö­sen­de Feh­ler sei gewe­sen, vom ursprüng­lich bereits vor­ge­se­he­nen Stand­ort am Wie­sen­weg abzu­rü­cken. Der zwei­te Feh­ler sei dann gewe­sen, nach­dem fest­ge­stan­den habe, dass der alte Teil der Kir­che nicht abge­ris­sen wer­de, die­sen Stand­ort durch den Kauf einer Immo­bi­lie wei­ter zu for­cie­ren. Zu die­sem Zeit­punkt hät­te man die Stand­ort­fra­ge grund­sätz­lich erör­tern sollen.

„Die­sen Feh­ler habe auch ich zu ver­tre­ten“, erklär­te Ropertz in der Sit­zung. Er dank­te den Ver­tre­tern aus Hei­mers­heim aus­drück­lich dafür, dass sie mit ihrer Beharr­lich­keit und ihrer sach­li­chen Argu­men­ta­ti­on die CDU-Frak­­ti­on dazu gebracht hät­ten, die bis­he­ri­ge Ent­schei­dung noch­mals grund­le­gend zu hinterfragen.

Zugleich zeig­te sich Ropertz ent­setzt dar­über, wie die Dis­kus­si­on teil­wei­se in Hei­mers­heim selbst geführt wor­den sei. Es sei inak­zep­ta­bel, wenn Men­schen auf­grund ihrer Hal­tung zur Stand­ort­fra­ge per­sön­li­chen Anfein­dun­gen aus­ge­setzt sei­en. Gera­de bei einer kon­tro­ver­sen kom­mu­nal­po­li­ti­schen Debat­te müs­se es mög­lich sein, unter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen sach­lich und respekt­voll zu vertreten.

Mehr­kos­ten als Belastung

In der Dis­kus­si­on wur­de zugleich deut­lich, dass die Ent­schei­dung für den Wie­sen­weg mit erheb­li­chen finan­zi­el­len Mehr­kos­ten ver­bun­den ist. Die­se Mehr­kos­ten sei­en für die Stadt eine ech­te Belas­tung und müss­ten bei der abschlie­ßen­den Ent­schei­dung des Stadt­ra­tes berück­sich­tigt werden.

Den­noch über­wo­gen in der CDU-Frak­­ti­on die Argu­men­te für eine Zustim­mung zum Wie­sen­weg. Die Frak­ti­on sieht dar­in die Mög­lich­keit, die seit der Flut offe­ne Stand­ort­fra­ge zu klä­ren und die Vor­aus­set­zun­gen für einen zügi­gen Neu­bau der drin­gend benö­tig­ten Kin­der­ta­ges­stät­te zu schaffen.

Der Haupt- und Finanz­aus­schuss hat­te am 14. Sep­tem­ber wegen der wei­ter­hin bestehen­den unter­schied­li­chen Auf­fas­sun­gen kei­ne Emp­feh­lung für den Stadt­rat aus­ge­spro­chen. Die end­gül­ti­ge Ent­schei­dung soll der Stadt­rat in sei­ner Sit­zung am 28. Sep­tem­ber 2026 treffen.

Wenig Ein­fluss­mög­lich­keit auf wei­te­re Nut­zung des Pfarrgartens 

Im Rah­men der Bera­tung wur­de außer­dem her­aus­ge­ar­bei­tet, dass der Stadt­rat kei­nen Ein­fluss dar­auf hat, wie die Kir­che den Pfarr­gar­ten künf­tig nut­zen oder ver­mark­ten möch­te. Soll­te die Kir­che das Grund­stück ander­wei­tig ver­mark­ten, ist dies eine kirch­li­che und kei­ne städ­ti­sche Entscheidung.

Auch die Über­le­gung, am bis­he­ri­gen Stand­ort neben der Kita ein wei­te­res Dorf­ge­mein­schafts­haus zu errich­ten, müs­se ange­sichts der zu erwar­ten­den Mehr­kos­ten auf­ge­ge­ben wer­den. Ein zusätz­li­cher Neu­bau die­ser Art sei unter den finan­zi­el­len Rah­men­be­din­gun­gen aktu­ell nicht darstellbar.

Die CDU-Frak­­ti­on ver­bin­det ihre Ent­schei­dung für den Stand­ort Wie­sen­weg daher mit der Erwar­tung, dass nun zeit­nah Klar­heit geschaf­fen und der drin­gend erfor­der­li­che Ersatz­neu­bau der Kita St. Mau­ri­ti­us vor­an­ge­bracht wird.