CDU-Fraktion spricht sich für Kita-Standort Wiesenweg aus
Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler hat sich in ihrer Fraktionssitzung am Montag, 14. September 2026, dafür ausgesprochen, im Stadtrat dem Standort Wiesenweg für den Neubau der Kindertagesstätte St. Mauritius in Heimersheim zuzustimmen. An der Sitzung nahmen auch die CDU-Mitglieder des Ortsbeirats Heimersheim teil und brachten sich aktiv in die sachlich geführte Diskussion ein.
Die Standortfrage beschäftigt Politik und Bürgerschaft seit mehreren Jahren. Die durch die Flutkatastrophe im Juli 2021 zerstörte Kindertagesstätte ist derzeit übergangsweise in einer Containeranlage am Standort „Im Bülland“ untergebracht. Für den Neubau standen zuletzt insbesondere der Wiesenweg und der innerörtlich gelegene Pfarrgarten zur Diskussion.
Bereitschaft zur Korrektur
Zu Beginn der Fraktionssitzung machte der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Peter Ropertz, deutlich, dass Politik auch die Bereitschaft haben müsse, Fehleinschätzungen einzusehen und getroffene Entscheidungen zu korrigieren.
Aus seiner Sicht seien im bisherigen Beratungsverlauf zur Kita-Standortentscheidung zwei Fehler gemacht worden. Der erste und auslösende Fehler sei gewesen, vom ursprünglich bereits vorgesehenen Standort am Wiesenweg abzurücken. Der zweite Fehler sei dann gewesen, nachdem festgestanden habe, dass der alte Teil der Kirche nicht abgerissen werde, diesen Standort durch den Kauf einer Immobilie weiter zu forcieren. Zu diesem Zeitpunkt hätte man die Standortfrage grundsätzlich erörtern sollen.
„Diesen Fehler habe auch ich zu vertreten“, erklärte Ropertz in der Sitzung. Er dankte den Vertretern aus Heimersheim ausdrücklich dafür, dass sie mit ihrer Beharrlichkeit und ihrer sachlichen Argumentation die CDU-Fraktion dazu gebracht hätten, die bisherige Entscheidung nochmals grundlegend zu hinterfragen.
Zugleich zeigte sich Ropertz entsetzt darüber, wie die Diskussion teilweise in Heimersheim selbst geführt worden sei. Es sei inakzeptabel, wenn Menschen aufgrund ihrer Haltung zur Standortfrage persönlichen Anfeindungen ausgesetzt seien. Gerade bei einer kontroversen kommunalpolitischen Debatte müsse es möglich sein, unterschiedliche Auffassungen sachlich und respektvoll zu vertreten.
Mehrkosten als Belastung
In der Diskussion wurde zugleich deutlich, dass die Entscheidung für den Wiesenweg mit erheblichen finanziellen Mehrkosten verbunden ist. Diese Mehrkosten seien für die Stadt eine echte Belastung und müssten bei der abschließenden Entscheidung des Stadtrates berücksichtigt werden.
Dennoch überwogen in der CDU-Fraktion die Argumente für eine Zustimmung zum Wiesenweg. Die Fraktion sieht darin die Möglichkeit, die seit der Flut offene Standortfrage zu klären und die Voraussetzungen für einen zügigen Neubau der dringend benötigten Kindertagesstätte zu schaffen.
Der Haupt- und Finanzausschuss hatte am 14. September wegen der weiterhin bestehenden unterschiedlichen Auffassungen keine Empfehlung für den Stadtrat ausgesprochen. Die endgültige Entscheidung soll der Stadtrat in seiner Sitzung am 28. September 2026 treffen.
Wenig Einflussmöglichkeit auf weitere Nutzung des Pfarrgartens
Im Rahmen der Beratung wurde außerdem herausgearbeitet, dass der Stadtrat keinen Einfluss darauf hat, wie die Kirche den Pfarrgarten künftig nutzen oder vermarkten möchte. Sollte die Kirche das Grundstück anderweitig vermarkten, ist dies eine kirchliche und keine städtische Entscheidung.
Auch die Überlegung, am bisherigen Standort neben der Kita ein weiteres Dorfgemeinschaftshaus zu errichten, müsse angesichts der zu erwartenden Mehrkosten aufgegeben werden. Ein zusätzlicher Neubau dieser Art sei unter den finanziellen Rahmenbedingungen aktuell nicht darstellbar.
Die CDU-Fraktion verbindet ihre Entscheidung für den Standort Wiesenweg daher mit der Erwartung, dass nun zeitnah Klarheit geschaffen und der dringend erforderliche Ersatzneubau der Kita St. Mauritius vorangebracht wird.
