28. Sep­tem­ber 2026

Standortüberprüfung Kita St. Mauritius Heimersheim

Die Ent­schei­dung über den Neu­bau der Kin­der­ta­ges­stät­te St. Mau­ri­ti­us in Hei­mers­heim beschäf­tigt uns seit meh­re­ren Jah­ren. Hin­ter uns liegt ein lan­ger Pla­­nungs- und Bera­tungs­pro­zess. Seit der Flut­ka­ta­stro­phe im Juli 2021 fehlt der Ein­rich­tung ihr dau­er­haf­tes Zuhau­se. Die Kin­der und die Beschäf­tig­ten sind wei­ter­hin in der Über­gangs­lö­sung am Stand­ort „Im Bül­land“ untergebracht.

Dabei soll­ten wir offen auf den bis­he­ri­gen Ver­lauf des Pro­jek­tes schau­en. Ursprüng­lich war ein ande­rer Stand­ort als der Pfarr­gar­ten vor­ge­se­hen. Anschlie­ßend haben wir einen ande­ren Weg ein­ge­schla­gen und die Lösung am Pfarr­gar­ten ver­folgt. Zuvor hat man aber noch Die­se Pla­nung war über län­ge­re Zeit Grund­la­ge unse­rer Bera­tun­gen und Ent­schei­dun­gen. Gera­de des­halb fällt eine Kurs­kor­rek­tur nicht leicht. Aber die Dau­er eines ein­ge­schla­ge­nen Weges ist für sich genom­men noch kein Grund, an ihm fest­zu­hal­ten. Oder es macht kei­nen Sinn.

Ich habe in unse­rer Frak­ti­on deut­lich gesagt: Poli­tik muss bereit sein, eige­ne Fehl­ein­schät­zun­gen ein­zu­ge­ste­hen und Ent­schei­dun­gen zu kor­ri­gie­ren. Aus mei­ner heu­ti­gen Sicht war es ein Feh­ler, vom ursprüng­lich vor­ge­se­he­nen Stand­ort abzu­rü­cken. Ein wei­te­rer Feh­ler war, die Lösung am Pfarr­gar­ten durch den Kauf einer Immo­bi­lie wei­ter vor­an­zu­trei­ben, nach­dem fest­stand, dass der alte Teil der Kir­che nicht abge­ris­sen wird. Zu die­sem Zeit­punkt hät­ten wir die Stand­ort­fra­ge noch ein­mal grund­sätz­lich erör­tern müssen.

Für die­se Ent­schei­dun­gen tra­ge auch ich Ver­ant­wor­tung. Das möch­te ich hier aus­drück­lich sagen. Es geht nicht dar­um, die Ver­ant­wor­tung ande­ren zuzu­schie­ben, son­dern dar­um, aus dem bis­he­ri­gen Ver­lauf die rich­ti­gen Kon­se­quen­zen zu ziehen.

In unse­rer Frak­ti­ons­sit­zung am 14. Sep­tem­ber haben wir gemein­sam mit den CDU-Mit­­glie­­dern des Orts­bei­rats Hei­mers­heim die Argu­men­te noch ein­mal ein­ge­hend und sach­lich abge­wo­gen. Ich dan­ke den Ver­tre­tern aus Hei­mers­heim aus­drück­lich für ihre Beharr­lich­keit und ihre sach­li­che Argu­men­ta­ti­on. Sie haben uns dazu gebracht, unse­re bis­he­ri­ge Hal­tung grund­le­gend zu über­prü­fen. Es geht bei einem sol­chen Pro­jekt auch immer um die Akzep­tanz in der Bevölkerung.

Eben­so klar möch­te ich sagen: Wir wis­sen, dass auch die Ent­schei­dung für den Wie­sen­weg nicht frei von Risi­ken ist und man­cher sich lie­ber den Stand­ort im Bül­land gewünscht hät­te. Vor allem sind uns die finan­zi­el­len Mehr­kos­ten bewusst. Sie sind eine ech­te Belas­tung für unse­re Stadt. Wir dür­fen sie weder ver­schwei­gen noch klein­re­den. Des­we­gen schei­det der Bül­land als Stand­ort aus, da dort die Belas­tun­gen für den städ­ti­schen Haus­halt noch höher gewe­sen wären.

Unse­re Zustim­mung ist des­halb kei­ne Behaup­tung, mit dem heu­ti­gen Beschluss sei­en alle Schwie­rig­kei­ten gelöst. Sie ist eine bewuss­te Abwä­gungs­ent­schei­dung. Nach dem lan­gen Bera­tungs­pro­zess über­wie­gen für uns die Grün­de für den Wie­sen­weg. Wir tref­fen die­se Ent­schei­dung im Bewusst­sein der Risi­ken und über­neh­men dafür die poli­ti­sche Verantwortung.

Damit ver­bin­den wir die kla­re Erwar­tung, dass die wei­te­re Pla­nung die Kos­ten und Risi­ken trans­pa­rent macht, den Rat recht­zei­tig ein­bin­det und den Neu­bau zügig vor­an­bringt. Heu­te einen Stand­ort fest­zu­le­gen, ent­bin­det uns nicht davon, die wei­te­re Umset­zung sorg­fäl­tig zu begleiten.

Zur Ehr­lich­keit gehört auch, die Gren­zen des finan­zi­ell Mach­ba­ren zu benen­nen. Ein zusätz­li­ches Dorf­ge­mein­schafts­haus neben der Lands­kro­ner Fest­hal­le ist unter die­sen Rah­men­be­din­gun­gen für uns der­zeit nicht dar­stell­bar. Zumal ich der Stadt­zei­tung vor 2 Wochen ent­neh­men konn­te, das bereits mit dem ehe­ma­li­gen Burg­sän­ger­ge­bäu­de eine  nutz­ba­re Ver­samm­lungs­stät­te für die Hei­mers­hei­mer Ver­ei­ne gibt. Hier vie­len Dank an alle die dies mög­lich gemacht haben.

Eben­so kön­nen wir kei­ne Zusa­gen über die künf­ti­ge Nut­zung des Pfarr­gar­tens machen. Ob die Kir­che ihr Grund­stück ander­wei­tig ver­mark­tet, ist ihre Ent­schei­dung und nicht Gegen­stand unse­rer heu­ti­gen Standortentscheidung.

Bei aller Unter­schied­lich­keit der Auf­fas­sun­gen bit­te ich außer­dem dar­um, wie­der zu einem respekt­vol­len Mit­ein­an­der zu fin­den. Per­sön­li­che Anfein­dun­gen wegen einer Hal­tung zur Stand­ort­fra­ge sind nicht akzep­ta­bel. Wir kön­nen in der Sache deut­lich strei­ten, ohne Men­schen per­sön­lich herabzusetzen.

Für die CDU-Frak­­ti­on ist des­halb heu­te klar: Wir stim­men dem Stand­ort Wie­sen­weg für den Neu­bau der Kin­der­ta­ges­stät­te St. Mau­ri­ti­us zu. Nicht, weil wir die Risi­ken über­se­hen, son­dern weil wir sie abge­wo­gen haben und jetzt eine Ent­schei­dung tref­fen wol­len. Nach den lan­gen Dis­kus­sio­nen müs­sen die Kin­der, ihre Fami­li­en und die Beschäf­tig­ten im Mit­tel­punkt ste­hen. Für sie brau­chen wir end­lich eine dau­er­haf­te Lösung.

Las­sen Sie uns heu­te die not­wen­di­ge Klar­heit schaf­fen und anschlie­ßend gemein­sam dafür sor­gen, dass aus der Stand­ort­ent­schei­dung eine neue Kin­der­ta­ges­stät­te wird.